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Dilldorfs alte Schule

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BFD
Administrator

Beiträge: 1459
Ort: Dilldorf

New PostErstellt: 25.03.17, 20:29  Betreff: Dilldorfs alte Schule  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Im April 2017 beginnt für die ehemalige Dilldorfschule eine neue Phase. Sie hat schon etliche erlebt: Als katholische Volksschule, Gemeinschaftsgrundschule, Leerstand, Behelfsunterkunft für Asylbewerber. Jetzt steht sie wieder leer.

Hier ein kurzer Abriss der Geschichte:

Die Schule

Die letzte Schule in Dilldorf an der Oslenderstraße wurde am 10.11.1933 im Rahmen des Martinszuges eingeweiht, endgültig fertig war sie aber erst 1935. Seit 1923 unterrichtete dort die Lehrerin Maria Koch aus Überruhr, die nach dem 2. Weltkrieg Schulleiterin wurde, später gefolgt von der Montessori-Pädagogin Ina Fischer. Während der letzten Kriegsjahre fand kein Unterricht statt, die Schule wurde, wie die meisten Essener Schulen, geräumt. Das Schulgebäude war mal von Soldaten, mal vom Postscheckamt belegt. Viele Kinder besuchten deshalb Schulen in umliegenden Gemeinden, einige nahmen an der "Kinderlandverschickung" in sichere Gegenden Deutschlands teil. Nach dem Krieg fand der Unterricht zunächst für alle Dilldorfer Kinder in der Deilbachschule statt, ehe 1948 die Dilldorfschule wieder bezogen werden konnte, zunächst als katholische Volksschule, zeitweise mit einem Montessori-Zweig als Ausbildungsschule für angehende Lehrer/innen, die an der Pädagogischen Akademie in Kupferdreh studierten. Evangelische Kinder aus Dilldorf besuchten die Deilbachschule. 1968 wurde die Dilldorfschule eine Städtische Gemeinschaftsgrundschule, die alte Deilbachschule diente zunächst als Sonderschule, später als Übergangswohnheim.

Nachdem die Dilldorfschule für einige Jahre nur noch eine Zweigstelle der Kupferdreher Hinsbeckschule war, kam 2010 das endgültige Aus und damit auch für Schule in Dilldorf überhaupt. Nach mehr als 200 Jahren können die Dilldorfer Kinder keine Schule mehr in ihrem direkten Wohnumfeld besuchen, sondern müssen nun den weiten Schulweg nach Kupferdreh in Kauf nehmen.

Leerstand


Fenster und Türen wurden verbarrikadiert, das Gebäude war nur noch leer. Die Stadt Essen versuchte erfolglos, den Komplex zu vermarkten. Die Lage zwischen der Autobahnabfahrt und der Nierenhofer Straße ließ keine Wohnbebauung zu. Die Infrastruktur - Lage in einem Wohngebiet, keine vernünftige Straßenanbindung - schloss auch Gewerbe aus. Die alte Schule dümpelte vor sich hin. Junge Dilldorfer hätten dort gerne ein Jugendzentrum gesehen - aber wer hätte das bezahlen sollen?


Behelfsunterkunft für Asylsuchende

Im September 2013 zogen Asylbewerber in die alte Dilldorfschule ein. Die regulären Unterkünfte in Essen waren ausgelastet, so dass leerstehende Schule als Notunterkünfte umgerüstet wurden.
In Dilldorf gab es zunächst Proteste gegen die Belegung. Wie es hieß, sollten hier sogenannte „Armutsflüchtlinge“ untergebracht werden, in der Mehrheit Roma. Betreuer und Verwaltung sollten nur zu den üblichen Bürostunden anwesend sein.
Aber es kam anders. Die Stadt Essen entwickelte ein neues Konzept - teuer, aber wirkungsvoll. Rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen, war ein Wachdienst vor Ort. Zur Sicherheit der Bewohner, aber auch als Ansprechpartner bei Problemen in der Nachbarschaft. Außerdem bekam die Unterkunft eine sehr kompetente Leitung.
Innerhalb kurzer Zeit engagierten sich viele Dilldorfer, halfen aus, gaben Kurse, kümmerten sich um Hausaufgabenhilfe und um Aktivitäten der Bewohner. In den beiden Kupferdreher Schulen wurden die Kinder sehr gut aufgenommen. Und was niemand geglaubt hätte: Ausgerechnet eine Notunterkunft, ausgerechnet bei uns in Dilldorf, wurde zum Vorzeigeobjekt! Politiker informierten sich, die Medien berichteten über das gelungene Miteinander von Bewohnern und Bevölkerung, und die Unterkunft wurde ein Teil des Dorfes.
Es gibt durchaus auch Bedauern in Dilldorf darüber, dass sie geschlossen wurde.
Jetzt ist sie - erst mal - Vergangenheit.


Auszuschließen: Wieder Schule

Vor einem Jahr hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Dilldorfschule nicht als Schule reaktiviert werden könne, sondern als Flüchtlingsunterkunft gebraucht würde. Da gleichzeitig die Schülerzahlen in Kupferdreh steigen, wird ein zusätzliches Gebäude auf dem Gelände der Josefschule geplant. Kosten: 3,3 Millionen Euro.
Jetzt stünde das Gebäude wieder zur Verfügung; vieles wurde vor 4 Jahren erneuert, der Zustand ist gut. Der Rückbau zur Schule würde nur einen kleinen Teil dessen kosten, was als Neubau an der Josefschule entstehen soll.
„Kurze Beine - kurze Wege“ gilt nicht in Dilldorf. Die Schule hier ist ganz offensichtlich politisch nicht gewollt. Man lässt sie leer, oder verfallen, oder was auch immer - nur Schule wird sie nicht mehr.
Unter dem Aspekt erscheinen die 3,3 Mio wie ein Schildbürgerstreich.


Leerstand

Niemand weiß offenbar, was jetzt aus der alten Schule wird. Sie wird sich auch jetzt nicht vermarkten lassen. Wir wissen auch nicht, ob sie geräumt wird, oder ob die Inneneinrichtung zunächst im Gebäude bleibt. Experten zufolge haben wir im kommenden Sommer mit einer neuen Flüchtlingswelle zu rechnen.
Wir wollen nicht spekulieren. Wenn sich etwas tut mit der alten Dilldorfschule, werden wir dieses Thema hier fortsetzen. Wenn jemand etwas zur Sache weiß, möge er/sie das bitte hier einstellen. Das ist auch für Gäste möglich, über den Gästebereich.


____________________
Dilldorf ist schön!
"Bürger Für Dilldorf"
www.dilldorf.de


[editiert: 28.03.17, 09:54 von BFD]



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Pitflick
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Beiträge: 5

New PostErstellt: 29.03.17, 19:10  Betreff: Re: Dilldorfs alte Schule  drucken  weiterempfehlen

Als Anwohner der Oslenderstr. sind mir die großen Entsorgungscontainer vor dem Schulgebäude aufgefallen. Aus Neugierde habe ich am letzten Wochenende da mal hineingeschaut und traute meinen Augen kaum.
Darin lagen eine Menge Spielsachen wie Holzbausteine, Holzeisenbahn,
Kinderküchenmöbel, Bilderbücher, Kasperlepuppen und diverse Spiele
Vermutlich waren das einmal Spenden der Anwohner.
Am Montag kamen dann noch Einrichtungsgegenstände hinzu wie
Stühle und Tischplatten. Heute sah ich ein Flachbild Fernsehgerät.
Zumindest die Stühle und Tischplatten machten auf mich nicht den Eindruck, dass man sie nicht mehr verwenden könnte.
Es scheint so, dass der komplette restliche Inhalt des Gebäudes einfach entsorgt wird.

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