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Fristlose Kündigung einer Bäckereiverkäuferin wegen des Verzehrs von Lebensmitteln

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Admin
Administrator

Beiträge: 835
Ort: Kiel


New PostErstellt: 26.10.11, 20:05  Betreff: Fristlose Kündigung einer Bäckereiverkäuferin wegen des Verzehrs von Lebensmitteln  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  




Fristlose Kündigung einer Bäckereiverkäuferin wegen des Verzehrs von Lebensmitteln

Das Arbeitsgericht Neunkirchen hat am 12.10.2011 die fristlose Kündigung einer Bäckereiverkäuferin wegen unbezahlten Verzehrs zweier Omeletts und der Mitnahme eines belegten Brötchens bestätigt.

Die beklagte Bäckerei hatte das seit dem Jahr 2004 mit der Klägerin bestehende Arbeitsverhältnis fristlos gekündigt. Sie hatte die Kündigung auf den Vorwurf gestützt, dass die Klägerin zwei von ihr selbst zubereitete Omeletts gegessen und sich ein Brötchen belegt und mitgenommen habe, ohne diese zu bezahlen. Der Verkaufspreis dieser Lebensmittel betrug 12,75 €. Die Betriebsordnung der Arbeitgeberin enthält die Regelung, dass die Mitarbeiter Waren, die sie essen oder kaufen wollen, in die Kasse eingeben sowie bezahlen müssen.
Das Gericht sah es nach der Vernehmung von Zeugen als erwiesen an, dass die Klägerin zumindest ein Omelett selbst zubereitet und verzehrt sowie ein belegtes Brötchen nach der Arbeit mitgenommen hat, ohne diese Lebensmittel zu bezahlen. Die Kammer sah darin einen wichtigen Grund, der die Arbeitgeberin zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses berechtigte. Sie setzte sich mit der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts im „Fall Emmely“ auseinander und bewertete bei der Interessenabwägung die Begleitumstände des Vorfalls sowie das nachfolgende Verhalten der Klägerin zu deren Nachteil.

Gegen dieses Urteil ist eine Berufung beim Landesarbeitsgericht Saarland möglich. 
  

Quelle: Pressemitteilung vom 12.10.2011 Arbeitsgericht Neunkirchen 

Arbeitsgericht Neunkirchen   Urteil vom 12.10.2011 – 2 Ca 856/11

(Bundesarbeitsgericht, „Fall Emmely“ Urteil vom 10.06.2010 – 2 AZR 541/09)    



Fachanwalt für Arbeitsrecht Richard Albrecht Rostock und Kiel 



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